BerlFsp ab 2012

 

Thoams Oberender 2012

Freieste Plattform

Thomas Oberender, der neue Intendant der Berliner Festspiele, stellt sich und sein Team vor

10.Januar 2012
Seit Anfang des Jahres ist Thomas Oberender der neue Intendant der Berliner Festspiele. Er übernimmt das Amt von Joachim Sartorius, der die Geschicke dieser Berliner Institution zehn Jahre lang geleitet hatte. Oberender, 1966 geboren in Jena, Dramaturg in Bochum und Zürich, die letzten fünf Jahre Leiter des Schauspiels bei den Salzburger Festspielen, stellte am 10,Januar 2012 sich in Berlin der Presse vor.

OBERENDER: Das ist, was die Berliner Festspiele sind: Wir setzen den Rahmen, und dieser Rahmen ist ein beweglicher, der sich auf die unterschiedlichsten Zusammenhänge legen kann und der Fokussierungen bildet.

Berl.Festspiele 2012 LogoThomas Oberender in seinem Eingangs-Statement. Von dem Zürcher Grafiker Christian Riis Ruggaber hat er sich dafür einen roten Rahmen entwerfen lassen als neues Logo. Es ziert auch eine neue Schriftenreihe, für deren erstes Heft Hans Zischler einen Text beigetragen hat "Großer Bahnhof". Aber nicht nur strukturell will Oberender mit seinen Mitarbeitern eine neue Linie entwickeln auch inhaltlich.

OBERENDER: Dass wir eine Form von Auseinandersetzung provozieren und stimulieren wollen, die Kunst in einem weiter greifenden Sinn versteht als etwas, dem immer ein widerständiges Moment innewohnt. Kunst ist das, was uns zur Auseinandersetzung und zum Verhalten zwingt; und der Kunst in ihrer Autonomie aber auch ihrer Form von Analyse und Chronik die freieste Plattform geben, die in dieser Stadt zu finden ist.

Weitestgehende Kontinuität wird es geben bei den Musik-Festivals MaerzMusik im Frühjahr und MusikFest im Herbst. Das JazzFest unter dem neuen Leiter Bert Noglik will Sparten-übergreifende Dialoge pflegen mit Tanz, Film, Bildender Kunst.
Gänzlich neu strukturiert wird die bisherige „Spielzeit Europa“. Nicht mehr mit einzelnen Gastspielen, über drei Monate verteilt, aus Europa sondern als kompaktes dreiwöchiges Performing-Arts-Angebot im Oktober soll es laufen. Kontroverses aus aller Welt inklusive Eigenproduktionen soll zu sehen sein. Ein neuer Namen muss erst noch erbrütet werden.
Programmiert wird es im ersten Jahr von Frie Leysen als eine Art weltoffener Ideen-Cluster.

LEYSEN: Ich finde es ganz wichtig, dass all diese Ideen und Standpunkte und Perspektiven kondensiert präsentiert werden und aufeinander reflektieren.

Das Theatertreffen im Mai möchte die neue Leiterin Yvonne Büdenhölzer erweitern auch um eine Art Fachmesse als Kontaktbörse für Theatermacher. Kommentierend begleiten soll das ein Theatermacher "in residence". Die Jugendwettbewerbe sollen auf weitere Sicht erweitert werden um die Sparte Tanz. Das Literaturfestival im September soll statt regionaler thematische Schwerpunkte setzen.
Das Festspielhaus mit seiner neuen Bühnen- und Filmtechnik soll vermehrt Zentrum aller Angebote werden. Auch die Berlinale wird es nutzen. Für die Zeiten dazwischen plant man Podien, bei denen junge Künstler etwa mit Video-Vorführungen oder -Arbeiten sich präsentieren können.
Mehr Geld hat Oberender nicht. Beim Ausstellungshaus Gropius-Bau drohen sogar Einschränkungen. Er sei unterfinanziert und dürfe nicht allein Abspielhaus bleiben, so noch einmal Thomas Oberender:

OBERENDER: Wir müssen produzieren können. Der Martin-Gropius-Bau muss in der Lage bleiben zu produzieren. Es ist kein Einladungshaus. Das ist ein Haus, das seinen Ruf und seine große Leistung immer wieder als Produzent erreicht hat. Und nur durch die Produktion werden wir uns die Mittel erwirtschaften, die wir brauchen, um diesen Standard zu halten und weiterzuentwickeln.

 


 

 

archives
Home
Berl.FeMstspiele

 

Th.Oberender, neuer Intendant