Georg-Friedrich Kühn
Musik-Theater-Tanz-Kritik
Aktuell
Belanglos - ein Aktualisierungsversuch mit Lortzings "Zar und Zimmermann"
Mit Donnerhall - 11.000 Saiten von G.F. Haas eröffnen MaerzMusik 2026
Vom Neckar an den Nil - Matthias Pintschers Das kalte Herz - U
Ulrich Eckhardt, 1973-2000 Intendant der Berliner Festspiele, gestorben
Gift der Liebe - Umberto Giordanos Fedora
Märchenoper 3 Rätsel zum Spielzeit-Auftakt in der DOB
Statt GMD künftig Dirigenten-Dreier an der DOB
Ver(w)irrt - MaerzMusik 2025 mit einem Show-Auftakt
Bissel verdruckst - Gounods Roméo et Juliette an der Lindenoper
Hammerschläge - beim Musikfest 2024
Fehler korrigieren - Sobotka-Thielemann mit ihrem Programm 2024/25 an der Lindenoper
Neue Räume - Christian Thielmann GMD der Staatsoper Berlin ab 2024/25
Belanglos
Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ ver-pept in der Deutschen Oper Berlin
20.06.2026
Das frühe Meisterwerk von Albert Lortzing, in dem er einen Zaren zeigt, der zugleich dem Volk zugeneigt ist und es doch auch fürchtet, als es rebelliert – als Klamotte? Man kann viel mäkeln, eine Oper, die den Zeitgeist des Biedermeier zum einen transportiert, zum anderen vorsichtig hinterfragt, heute noch wieder aufzuführen. Es ist Lortzings 225. Geburtstag, und musikalisch hat das Werk so viel Substanz, dass es auch ein großstädtisches Opernhaus mit Publikum füllt. (weiter >)
Bilder im Raum
Die aus Litauen stammende Dirigentin Mirga Gražinyté-Tyla debütiert bei den Berliner Philharmonikern
16.-18.04.2026
Spät, arg spät riefen auch die Berliner Philharmoniker sie an ihr Pult: Mirga Gražinyté-Tyla, die litauische Ausnahme-Dirigentin. In Salzburg hatte sie einen Nachwuchs-Dirigenten-Wettbewerb gewonnen, in Los Angeles assistierte sie bei Gustavo Dudamel, als Chefin leitete sie das einst von Sir Simon Rattle zu Weltruf gebrachte Birmingham Symphony Orchestra, sie reüssierte in New York, bei den Salzburger und Berliner Festwochen, in Wien in einem Abonnements-Konzert der Wiener Philharmoniker. Nun also leitete sie an drei Abenden ein Konzert der Berliner Philharmoniker. (weiter >)
Mit Donnerhall
MaerzMusik 2026 mit G.F. Haas‘ „11.000 Saiten“ eröffnet
20.03.2026
Klangwolke – ganz groß. Mal silbrig fein, mal dunkel donnernd oder grollend, mit und ohne schrille Töne. Unisoni, die Dreiklänge aufbauen, meist Dur, selten Moll, auch Quartsext- oder Sextakkorde oder graues bis weißes Rauschen. Sirenen, Pfeifen, Quietschen. Verschwimmend, ins Ungefähre gleitend. Und am Ende eine endlose Kaskade von Glissandi rauf und runter und Hämmern auf den Klavieren wie auf einen Amboss. (weiter >)
Vom Neckar an den Nil – eine Uraufführung
Matthias Pintschers „Das kalte Herz“ in der Lindenoper
Premiere: 11.01.2026, gesehen: zweite Vorstellung 14.01.2026
Der ehemalige GMD der Staatsoper, Daniel Barenboim fragt den (ursprünglich nur) Komponisten und seit einigen Jahren auch Dirigenten Matthias Pintscher, der schon drei Opern komponiert hat, ob er nicht auch mal was für die Lindenoper schreiben könnte. Pintscher kann. Er wählt sich ein altes Märchen von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“, das ihn an seine Heimat im Schwarzwald erinnert. Das Märchen, das von guten und bösen Waldgeistern erzählt und als frühe Kritik am naturzerstörenden Raubbau an den Wäldern zu lesen ist, lässt er umarbeiten von Daniel Arkadij Gerzenberg. Es soll außer zu einem Libretto auch zu einer zeitgemäßeren Sichtweise der Geschichte werden. Aus dem räuberischen Holzverkäufer-Michel etwa wird eine Figur namens Anubis – klar die x-tausendjährige ägyptische Göttin. Man versteht: vom Neckar in den Nil. (weiter >)
Gift der Liebe
Umberto Giordanos „Fedora“ als Übernahme aus Stockholm > Frankfurt
27.11.2025 (Premiere; gesehen: 2. Vorstellung 30.11.2025)
Eine Räuberpistole, Verismo anno 1898 in Spielfilmlänge, mit der Musik von Umberto Giordano Großes Kino: „Fedora“. Sogleich, als der italienische Komponist (1867-1948) das Theaterstück von Victorien Sardou 1885 gesehen hatte, wollte er es vertonen. Es dauerte, bis er die Genehmigung bekam. Die Uraufführung von „Fedora“ am Teatro Lirico in Mailand wurde zum Erfolg. Das Stück machte seinen Weg, obwohl es doch hinter dem Renner von „Andrea Chénier“ zurückblieb.
Die an der DOB gezeigte Produktion hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Zuerst gezeigt in Stockholm 2016, dann weitergewandert nach Frankfurt 2022, konnte jetzt mit einem exzellenten Protagonisten-Paar auch einen deutlichen Erfolg feiern, inklusive TV-Aufzeichnung für EuroArts. (weiter >)
Dort im toskanischen Montepulciano, … (weiter >)